Augen auf beim Router/Switch Kauf - Was nutzt Ihr so, was sind eure Empfehlungen?

  • Hallo zusammen,

    Ich bin ja noch recht neu in der NAS und Netzwerkwelt. Mir ist aber aufgefallen, dass so wie ich es jetzt mache, nicht die schlauste Lösung ist.

    Aktuell sind alle Geräte, der PC sowie der NAS einfach nur an der Fritz!Box angeschlossen.

    Die Fritz! Box unterstützt nur 1 Gbits/s, das entspricht 125 MByte/s.

    Der NAS (DXP 6800) unterstützt 2x 10 Gbit/s, das entspricht 2 x 1250 Mbyte/s. Bei einem Router der beides bündelt also 2500 Mbyte/s.

    Mein PC hat ein 2,5Gbit Anschluss also immerhin 312,5 Mbyte/s.

    Alle andern Geräte, wie TV, Staubsauger etc. haben ja alle nur eine 1 Gbit Leitung.


    Wenn jetzt aber der ganze Internetverkehr durch einen Pihole/Adguard über die Fritz!Box zum NAS und wieder zurück zur Fritz! Box und ins Internet geht, wird es eng, sehr eng.

    Dateien vom PC auf den NAS schieben, nebenbei ein Film vom NAS Streamen und andere surfen im Internet und das über eine 125 Mbyte/ Leitung :/

    Die Idee ist nun alle Geräte an einen Switch anzuschließen und die Fritz!Box nur noch als Ausgang ins Internet zu nutzen.

    Was muss der Switch für Anforderungen haben? Nach meinem Verständnis mindestens 2 x 10 Gbit (RJ45) Ports, und er darf nicht "ungemanged" sein. Er benötigt ein Webinterface für L2 (managt Mac-Adressen) oder besser L3 (managt IP-Adressen und unterstützt VLan´s). Wenn ich das richtig verstehe, ist das notwendig, um die beiden 10Gbit Ports von den NAS zu einem zu bündeln? Oder passiert dies im NAS und nicht auf der Switch Seite?

    Ist mein Netzwerk-Verständnis soweit richtig? Was nutzt Ihr? Was habt Ihr für Empfehlungen, um das Beste herauszuholen?

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  • Hi!

    Die Idee ist nun alle Geräte an einen Switch anzuschließen und die Fritz!Box nur noch als Ausgang ins Internet zu nutzen.

    Das ist auf jeden Fall eine gute Idee.

    Was muss der Switch für Anforderungen haben?

    Zunächst muss ein Switch nur die geforderte Bandbreite verarbeiten können. Da reicht ein "dummer", nicht konfigurierbarer Switch vollkommen aus.

    Willst du LAN-Schnittstellen bündeln, also Link Aggregation o.ä. nutzen, brauchst du mindestens einen Layer 2 Switch. Die Frage ist, ob du damit überhaupt was erreichst, da ja scheinbar nur dein NAS 2x10 GBit kann, dein PC aber "nur" 2,5 GBit. Auch bin ich in diesen Thema nicht sehr bewandert, weshalb ich mich diesbezüglich nicht weiter äußern möchte, da ich nichts falschen sagen möchte.

    Für VLAN brauchst du auch mindestens einen Layer 2 Switch. Hier wäre die Frage, ob du dein Netzwerk überhaupt segmentieren, also in weitere Subnetze unterteilen möchtest. Falls ja, benötigst du entweder einen Layer 3 Switch, der das Routing übernimmt (da das die Fritzbox nicht kann), oder du greifst auf eine Hardware-Firewall wie z.B. pfSense oder OPNSense zurück. Diese laufen dann auf einem eigenen Stück Hardware wie z.B. einem Mini-PC, Barebone, oder ähnlichen.

    Der Vorteil einer Hardware Firewall gegenüber eines Layer 3 Switches ist, das du zusätzlich zum Routing und der Verwaltung der VLANs auch Regeln für die einzelnen Subnetze definieren kannst, um diese entweder vollständig voneinander zu trennen oder eine ein- oder beidseitige Kommunikation zwischen den Subnetzen stattfinden kann.

    Ich persönlich halte von Layer 3 Switches eher wenig (meine persönliche Meinung) und würde grade im privaten Bereich eher eine Hardware Firewall einsetzen und diese mit Layer 2 Switchen kombinieren. Aber hier gehen die Meinungen sicherlich auseinander.

    Jetzt hast du sicherlich noch mehr Fragen als vorher, oder?

    Tommes

    FRITZ!Box 5590 Fiber | UniFi Express 7 | 2,5-GBit-LAN & Wi-Fi 7
    DXP4800 Pro - 2x 1TB Crucial P310 NVMe RAID1 - 2x 2TB Crucial MX500 SSD RAID1 - 2x 16GB Crucial CT16G56C46S5 RAM
    DXP2800 - 2x SanDisk SSD PLUS 1TB - 8GB Samsung M425R1GB4BB0-CWMOL RAM (Original)
    DS224+ 3TB WD Red HDD RAID1 18GB Ram
    Linux Mint | Ubuntu-Server | Windows | iOS | iPadOS
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  • Hallo Woofer030 ... die Fritzbox ist in deinem Fall ganz klar ein Flaschenhals, wie du selbst ja schon erkannt hast, wenn man einen 10-Gbit-Anschluss ausreizen will. Aber gehen wir das mal der Reihe nach durch. Ich bleib im Folgenden mal bei Gbit, die Umrechnung in MB/s bringt keinen Unterschied, außer dass man sich es vielleicht etwas besser vorstellen kann. Achso: und ich bin auch nur Laie, aber mit Zeit ist bisschen was hängen geblieben (also liebe Profis, bitte nicht hauen, wenn das ein oder andere vielleicht nicht ganz exakt ist).

    Der NAS (DXP 6800) unterstützt 2x 10 Gbit/s, das entspricht 2 x 1250 Mbyte/s. Bei einem Router der beides bündelt also 2500 Mbyte/s.

    Hierbei wäre ich zunächst vorsichtig: nur weil da 2 Ethernet-Anschlüsse zu je 10 Gbit vorhanden sind, heißt das nicht dass dadurch die Bandbreite verdoppelt wird. Ich kenne das von meiner Synology mit Link-Aggregation: da habe ich tatsächlich 2x1 Gbit, aber nicht 1x2 Gbit. Heißt: ich kann Daten theoretisch von 2 Geräten mit vollen 1 Gbit/s transferieren, gleichzeitig. Was nicht geht: mit einem Gerät Daten mit 2 Gbit/s zu übertragen. Das ist ein Unterschied, weshalb man die Transferraten nicht pauschal addieren sollte. Nun weiß ich nicht, wie das bei unseren Ugreen NAS ist, wollte es nur erwähnt haben, nicht dass von falschen Vorstellungen ausgegangen wird.

    Wenn jetzt aber der ganze Internetverkehr durch einen Pihole/Adguard über die Fritz!Box zum NAS und wieder zurück zur Fritz! Box und ins Internet geht, wird es eng, sehr eng.

    Grundsätzlich richtig, aber es hilft hier nochmal zu verdeutlichen, wo tatsächlich welcher Verkehr stattfindet. Zunächst einmal geht kein Verkehr "durch" deinen Pihole/Adguard. Das ist "nur" ein lokaler DNS-Dienst. Wenn du von deinem PC aus eine Internetseite aufrufst, dann gibst du die Webadresse in den Browser ein. Dieser Domain-Name muss in eine IP-Adresse übersetzt werden. Dazu wird PiHole/Adguard angefragt und der liefert diese IP-Adresse an deinen Browser. Danach baut der Browser eine Verbindung zu dieser IP auf ... der eigentliche Internetverkehr geht also nicht über Pihole/Adguard. Sonst würde dafür auch kaum ein kleiner Raspberry ausreichen, wie er oftmals zum Einsatz kommt und dem Pihole seinen Namen verdankt. Dein lokaler DNS-Server kann also durchaus mit der "Wäscheleine" angebunden sein, wie man so schön sagt, da dort zwar viele Abfragen drüber laufen, aber dabei kommt kaum Traffic zustande. Zumal die Clients die DNS-Abfrage auch zwischenspeichern und nicht jedes Mal neu die IP-Adresse abfragen.

    Aber: am Ende muss jeglicher Verkehr durch deinen Switch und da ist der in der Fritzbox integrierte für ambitionierte Anwendungen schnell unbrauchbar. Entscheidend ist, wieviel "Gesamt-Traffic" der Switch gleichzeitig verarbeiten kann. Maßgeblich hierfür sind die Angaben zur Switching Capacity (Backplane-Bandbreite) und zu "Total Non-Blocking Throughput". Letztere sollte bei einem guten Switch die nominale maximale Datentransferrate je Port multipliziert mit der Anzahl der Ports sein. Einfaches Beispiel: ein Switch mit 4 Ports zu je 10 Gbit sollte einen "Total Non-Blocking Throughput" von mind. 40 Gbit/s haben. Sonst kann der Switch niemals alle Ports gleichzeitig maximal auslasten und wäre damit wieder ein potentieller Flaschenhals.

    Alle andern Geräte, wie TV, Staubsauger etc. haben ja alle nur eine 1 Gbit Leitung.

    Richtig, oftmals bieten all diese IoT-Geräte sogar nur 100 Mbit oder 2,4 Ghz WLAN (entspricht 50-150 Mbit). Und das reicht. Frag dich doch mal, welche Datenmengen da so zustande kommen in der Praxis. Bei deinem Staubsauger dürfte das zu vernachlässigen sein. Beim TV maximal während des Streamens eines Films nennenswert. Bei Netflix und Co habe ich ca. 25 Mbit/s gefunden für das Streamen eines 4K-Films. Heißt, selbst über eine 100 Mbit-Leitung könntest du locker 4 Streams gleichzeitg in 4K-Streamen, ohne dass es zu Problemen kommen sollte. Das dürfte in einem 1 oder gar 10 Gbit-Netzwerk also kaum nennenswert ins Gewicht fallen, selbst wenn parallel dazu noch große Datenmengen mit dem NAS ausgetauscht werden.

    Die Idee ist nun alle Geräte an einen Switch anzuschließen und die Fritz!Box nur noch als Ausgang ins Internet zu nutzen.

    Gute Idee! Alternativ ein "gescheiter" Router (nicht falsch verstehen: die Fritzbox ist gut und kann vieles, aber 10 Gbit Switching ist halt auch nicht mehr Consumer Level und entsprechend teuer), aber ich bin grundsätzlich ein Freund davon, die Dinge zu trennen. Ein Router soll routen und ein Switch switchen. Kling banal, aber wie wir sehen ergeben sich bzgl. des maximal nötigen Durchsatzes ja doch ganz andere Anforderungen. Und so kann der Router seiner eigentlichen Hauptaufgabe nachkommen und zusätzlich noch als Firewall und ggf. VPN-Server dienen und dein Switch bedient die lokalen Daten-Verbindungen.

    Was muss der Switch für Anforderungen haben? [...] darf nicht "ungemanged" sein [...] unterstützt VLan´s

    Hierbei nicht verrückt machen lassen. Tommes hat das wichtigste schon geschrieben. Für einen guten Datendurchsatz ist das alles nicht erforderlich. Ob L2 oder L3 hängt nur davon ab, was du damit machen willst, also insbesondere ob du VLANs möchtest oder brauchst. Wenn du es nicht beantworten kannst, dann brauchst du es auch nicht. VLANs machen in meinen Augen nur in sehr großen Netzwerken Sinn, um den Verkehr voneinander zu separieren. Das kann auch die Performance verbessern (dazu fehlen mir aber eigene Erfahrungswerte) aber in erster Line macht man dies aus Sicherheitsgründen. Weil man vielleicht nicht möchte, dass bestimmte Geräte mit anderen interagieren. Ich sehe dafür absolut keine Notwendigkeit im privaten Umfeld und von daher: keep it simple und spare das Geld für einen managed Switch. Viel wichtiger ist der maximale Durchsatz, damit das Ding nicht auch wieder zum Flaschenhals wird.


    Kurzum: ich würde bei den etablierten Marken schauen, was es da für 10 Gbit-Switche gibt, wieviele Ports du benötigst, dann kurz auf den Durchsatz schauen (wobei die sich da keine Blöße geben werden) und dann den Geldbeutel entscheiden lassen. Spontan würden mir einfallen: Netgear, TP-Link, Zyxel, Mikrotik, D-Link ... da machst du sicher nichts verkehrt.


    PS: ich nehme an, deine Fritzbox macht auch das WLAN und einige deiner Geräte sind sicherlich auch per WLAN angebunden. Hier wäre dann die nächste Ausbaustufe ein optimal platzierter Access Point (die Fritzbox steht ja meistens da wo der Internetanschluss ist und damit selten optimal) und den dann an deinen neuen Switch anschließen.

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    DXP480T Plus, 2x32 GB Crucial DDR5 4800MHz, 4x4 TB Samsung 990 PRO NVMe,CyberPower USV OR650ERM1U mit RMCARD400

    Edited 2 times, last by Kanecaine (May 8, 2025 at 10:18 PM).

  • Mein Router ist der Asus Tuf ax6000.

    Am Router kommt meine 600mbit Leitung an (Geht nicht anders. Daher leichte verschwendung des 2,5g wan ports). Am Router hängt auf dem Lan port auch meine DXP2800 (2,5g Lan Port).

    Der Rest läuft bei mir alles über Wlan. Mein laptop hat eine alte intel ax210 Karte. Daher bekomm ich über Wlan auch potente 230mb/s hin und her geschoben. Viel mehr wird über Lan wohl auch nicht kommen, daher bin ich soweit zufrieden.

    Hatte vor einiger Zeit noch nen Switch dazwischen, der aber seltsamerweise alles ausgebremst hatte, obwohl dieser 10g und 2,5g hatte (war ein NoName, als auch ein TP Link). Testweise hatte ich mal einen Ubiquiti Switch, damit war der Speed auch wieder TOP. Scheinbar kommt Ugreen nicht mit allen Switchen klar. Das nur schon mal zu Info falls du mal einen Switch kaufst und unerklärliche Speedprobleme bekommst. Einfach ein paar austesten.

    Ugreen DXP2800 | 32GB Crucial RAM | 2x 10 TB Ironwolf Pro
    Synology DS716+ | 8GB Samsung RAM | 2x 8TB Ironwolf Pro

  • Kanecaine …ein wirklich toller und vor allem lesenswerter Beitrag. Ich denke das du mit „Laie“ hier wirklich tief gestapelt hast, aber gut!

    Ich möchte auch nur kurz auf diesen Satz von dir eingehen…

    keep it simple

    … der hätte nämlich von mir sein können. Warum Ich trotzdem eine pfSense (siehe meine Signatur) in Kombination mit ein paar Subnetzen (keine VLANs) verwende liegt einfach daran, damit ich damit besser schlafen kann. Ich habe das alles nur wegen meines Sohnes auf die Beine gestellt, der permanent irgendwelche Ports weiterleitet und ganz viel Schrott in unser Heimnetz an den Start gebracht hat. Angefangen von irgendwelchen ESP32 über diverse Arduions, RasPis, Minecraft Server, Nextcloud und weiß der Geier noch. Ich bin also auch nur ein Laie auf diesem Gebiet…

    FRITZ!Box 5590 Fiber | UniFi Express 7 | 2,5-GBit-LAN & Wi-Fi 7
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    DXP2800 - 2x SanDisk SSD PLUS 1TB - 8GB Samsung M425R1GB4BB0-CWMOL RAM (Original)
    DS224+ 3TB WD Red HDD RAID1 18GB Ram
    Linux Mint | Ubuntu-Server | Windows | iOS | iPadOS
    UGREEN.FORUM/Filebase | Synology-forum/Add-ons | GitHub.com/toafez

  • Generell alles von TP-Link, denn die liefern Qualität.

    Ansonsten bei 10Gbit auf YouTube die vielen Reviews ansehen (auf den ENGLISCHSPRACHIGEN Kanälen) !
    Viele der dort vorgestellten BILLIGEN Adapter/Switches gibt es nämlich im Fachhandel nicht....

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