Ich wurde in diesem Thread gefragt was mir denn bei Ugreen im Vergleich zu QNAP fehlt.
Die Software hinkt QTS von QNAP weit hinterher.
Hier sind die Punkte, die mir im Alltag besonders negativ auffallen (LLM-Formatierung und Ausformulierung):
1. Dateiverwaltung & Performance
- Kein Server-Side Move (Verschieben dauert ewig): Wenn ich Dateien innerhalb desselben Volumes oder Home-Ordners verschiebe (z. B. auf einem Windows-Rechner über WLAN/SMB), führt das NAS keinen schnellen Metadaten-Shift aus. Stattdessen werden die Daten physisch umkopiert. Das resultiert in extrem langsamen Datenraten von ca. 0,3 Elementen/Sekunde. Da hier im selben Volume gearbeitet wird, sollten eigentlich keine Daten durchs Netzwerk geschleift werden.
2. Backup & Netzwerkdienste
- Eingeschränktes Benutzer-Backup (personal_folder): Es ist aktuell nicht möglich, ein zentrales Backup der personal_folder-Verzeichnisse aller angelegten Benutzer auf eine externe Festplatte durchzuführen. Die Sicherung lässt sich immer nur für den aktuell angemeldeten Benutzer anstoßen. Für eine vollständige Familiensicherung ist das extrem umständlich und im Alltag kaum praxistauglich.
- Fehlende SMB Folder Aggregation: Funktionen wie die SMB-Ordneraggregation (Microsoft DFS / Folder Aggregation), um Freigaben übersichtlich zu bündeln, fehlen in UGOS komplett.
3. App-Erfahrung & UI/UX
- Fehlendes UI-Konzept & Ergonomie: Die Benutzeroberfläche der Smartphone-App hält sich an keinerlei etablierte Design-Richtlinien (wie z. B. Material Design). Dazu kommt, dass viele UI-Elemente und Schaltflächen schlichtweg viel zu klein geraten sind.
- Unzuverlässige Videowiedergabe: In der Photos-App laufen Videos mal flüssig, ein andermal ruckeln sie extrem – ohne dass eine klare Ursache (wie Auslastung oder Format) erkennbar wäre.
4. Verschlüsselung & Sicherheit
- Keine LUKS-Unterstützung für externe Medien: Eine externe Festplatte, die zuvor von QNAP mit LUKS (crypto_luks) verschlüsselt wurde, lässt sich unter UGOS nicht auslesen. Da UGROS auf Debian basiert, sollte die Handhabung gängiger Linux-Standards wie LUKS eigentlich out-of-the-box funktionieren.
- Keine Volume-Verschlüsselung: Es ist nicht möglich, ein gesamtes Volume zu verschlüsseln, sondern allenfalls einzelne Ordner/Bereiche.
- Sicherheits-NoGo bei Schlüssel-Speicherung: Die Verschlüsselungs-Keys werden permanent im System hinterlegt. Das hebelt den eigentlichen Zweck einer Verschlüsselung (Schutz bei physikalischem Diebstahl des Geräts) weitgehend aus (siehe in diesem Thread).
- Keine Verschlüsselung für externe Datenträger: Externe Festplatten lassen sich nicht verschlüsseln. Somit ist es auch unmöglich, ein verschlüsseltes Backup auf ein externes Medium zu schreiben.
Der Software fehlen essenzielle Administrator- und Sicherheits-Features, die bei QNAP, Synology und Co. seit Jahren Standard sind.
Die Punkte rund um die Verschlüsselung sind NoGos bei mir. Hätte ich diese vorher gewusst, hätte ich mir das Gerät nicht gekauft.
Edit: Gerade noch der Fachbegriff dazu eingefallen: 3-2-1-Backup-Strategie. Diese lässt sich mit UGOS schlichtweg nicht umsetzen.