Macht Raid5 mit grossen 22TB Platten überhaupt keinen Sinn?

  • Ich habe 4 Seagate Exos 22TB Platten mir Raid5.

    Ich dachte immer das ist eine gute Absicherung. Wenn mal eine Platte kaputt geht, dann eine neue rein und der Rebuild beginnt. Mir war auch klar, dass der Rebuild ca. 3 Tage dauert und in dieser Zeit keine weitere Platte ausfallen darf. Dieses Risiko ist überschaubar.

    Das Problem sind die Unrecoverable Read Errors (UREs) beim Rebuild. Die fühlen sich ja verschwindend gering an und man muss mit ihnen leben.

    Typischer Wert bei Enterprise-HDDs: 1 Fehler pro 10¹⁵ gelesene Bits, Entspricht etwa 1 Fehler pro 125 TB gelesener Daten

    Bei RAID5 und vier Platten sind das netto 66TB. Das ergibt dann eine Fehlerwahrscheinlichkeit beim Rebuild von 44%.

    Ich dachte na dann ist eben mal ein Bit falsch. Das ist aber nicht so, der Rebuild-Prozess wird dann abgebrochen.

    Fehlerkorrekturen von Btrfs greifen nicht, da das eine Ebene höher ist.

    Liege ich da richtig, oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    Da macht also nur Raid6 Sinn. Das wusste ich so nicht und jetzt bräuchte ich also eine Nas mit 6 Laufwerken.

    Nutzt Ihr Raid5 mit vier grossen Platten?

  • Die Kernfrage, die sich mir stellt ist zunächst: wieviel Speicherkapazität brauchst du denn überhaupt??

    Ich sag mal so: würden dir 22TB reichen, hätten´s 2 HDD`s im RAID1 auch getan: billiger in der Anschaffung und das RAID kann den Ausfall EINER HDD verkraften. Dein RAID5 kann ebenfalls nur den Ausfall EINER HDD verkraften; von der Ausfallsicherheit her also im Prinzip kein Vorteil. Im Gegenteil: die Wahrscheinlichkeit, dass von 4HDD`s eine ausfällt ist laut Wahrscheinlichkeitsrechnung doppelt so hoch, wie bei nur zweien im RAID1....

    Also: hinsichtlich Ausfallsicherheit beim RAID5 keine Vorteile. Ich seh da nur:

    - man kann mit (bereits vorhandenen) kleineren HDD`s große Gesamt-Kapazitäten "bauen"
    - Schreiben/Lesen wird etwas fixer, da parallel auf mehre HDD`s geschrieben/gelesen werden kann
    -..... und mehr fällt mir da gerade nicht ein ;)

    Nachteile:
    - teuerer in der Anschaffung, auch des 4bay-NAS
    - höheres Ausfall-Risiko
    - höherer Stromverbrauch

  • Da macht also nur Raid6 Sinn. Das wusste ich so nicht und jetzt bräuchte ich also eine Nas mit 6 Laufwerken.

    Nein, ein Raid 6 benötigt mind. 4 HDDs.

    Beim Raid 5 ist halt auch nicht wirklich mehr Risiko mit 3 HDDs als mit 4 HDDs.

    Max eine HDD darf bei beiden ausfallen.

    Beim Raid 6 können zwar zwei ausfallen, dafür reduziert sich die gesamte Kapazität nicht nur um eine, sondern um zwei HDDs.

    Das musst Du abwägen was Dir wichtiger ist.

    Ich persönlich würde es mit 4 HDD als Raid 5 betreiben, allerdings halte ich zwei separat von einander gelagerte Backups vor.

    Bei einer guten, der 3-2-1 Backup Regel, entsprechenden Backup Strategie sehe ich das Risiko mit 4 HDDs aks Raid 5 relativ gering.

    Meine Hardware

    iDX6011 Pro in Späh ^^

    DXP4800+ 2x8TB WDRedPl Btrfs Raid1 2x 2TB Lexar NM790 Raid1, 64GB RAM Kingst. KVR48S40BD8-32 DDR5/4800MH

    DXP2800 1x 12TB Seag. 1x 12TB WDRedPl, Raid1 Btrfs 16GB RAM Cruc. CT16G56C46S5.C8B2, 2x NVME Samsg,

    DS1525+ 2x8TB WD, Btrfs SHR, 2x 2TB NVME Lexar NM790 Raid1. 40GB ECC RAM_Speicher.de

    DS920+ DSM 7.3.2 Btrfs Raid1 2x8TB WD, 2x2TB Samsg. 970 EVOPlus, RAM 20GB DDR4-2666MHZ Speicher.de

    USV US3000, EatonEllip.PRO 850DIN, Switch Zyxel GS1200-8 1GB, Zyxel XMG-108 8 x 2,5GB

  • Ich denke, dem TE ging es um die Read Errors beim Rebuild und dass der Rebuild in dem Falle abbricht weil die Fehlerkorrekturen von Btrfs nicht greifen. Seine These: ab einer gewissen Kapazität macht RAID5 daher keinen Sinn mehr. Kann dazu jemand noch was sagen? Die genannte Fehlerwahrscheinlichkeit von 44% erscheint mir doch sehr hoch … demnach würde ja jeder zweite Rebuild scheitern … :/

    -------
    DXP480T Plus, 2x32 GB Crucial DDR5 4800MHz, 4x4 TB Samsung 990 PRO NVMe,CyberPower USV OR650ERM1U mit RMCARD400

  • BTRFS kann seine vollen Selbstheilungsfähigkeiten eines CoW-Dateisystem nur mit RAID 5/6/10 oder höher ausnutzen. Dies ist bei RAID1 nicht vollends möglich. Die o.a. Fehlerrate beim Rebuild kann nicht stimmen.

    UGREEN NAS Hardware

    DXP8800 | Test verschiedener Betriebssysteme | 2 x 18 TB MG10 bzw. 1x EXOS X24 16 TB RAID5 | 2x 4 TB Lexar NM790 | 64 GB RAM Kingston 5600 MHz

  • Das dachte ich auch. Stimmt aber nicht, da das Filesysteme eine Ebene höher ist. Das gibt es wohl nur bei Enterprise-Storage. KI erklärt das so:

    Sehr gute Frage 👍 — das ist ein typischer Punkt, bei dem viele denken „aber Btrfs kann sich doch selbst heilen“.

    Schauen wir uns das Schichtmodell an:

    1. Ebene: Physische Festplatten
    • Hier liegen die Rohdaten in Sektoren.
    • Lesefehler (Unrecoverable Read Errors, URE) entstehen auf dieser Ebene.
    • Wenn ein Bit oder Sektor nicht lesbar ist, liefert die Platte entweder gar nichts oder eine Fehlermeldung.

    2. Ebene: RAID (z. B. RAID 5 im Controller oder Software-RAID)
    • RAID kombiniert mehrere Platten zu einem Verbund.
    • Bei RAID 5 wird die Parität verteilt gespeichert.
    • Wenn beim Rebuild (z. B. nach Ausfall einer Platte) von einer der noch intakten Platten ein Lesefehler auftritt, fehlen Bits, die für die Rekonstruktion der defekten Platte notwendig wären.
    • RAID selbst weiß aber nicht, wie „korrekt“ die Daten sein sollten – es rechnet nur stumpf mit dem, was es von den Platten bekommt.

    3. Ebene: Dateisystem (z. B. Btrfs, EXT4, ZFS, …)
    • Erst hier kommen Prüfsummen, Snapshots und Selbstheilung ins Spiel.
    • Btrfs kann beim Lesen erkennen, ob ein Block beschädigt ist (dank Checksummen).
    • ABER: Es benötigt mindestens eine zweite fehlerfreie Kopie dieses Blocks (z. B. in einem Btrfs-RAID1 oder -RAID10), um den Fehler automatisch zu reparieren.

    Warum Btrfs bei RAID 5 nicht hilft
    • Bei RAID 5 gibt es nur eine Kopie jedes Datenblocks (plus Parität).
    • Wenn also beim Rebuild eine Platte fehlt und gleichzeitig auf einer der anderen Platten ein Lesefehler passiert, gibt es keine zweite Kopie, die Btrfs zur Korrektur heranziehen könnte.
    • Die Prüfsumme von Btrfs sagt dann zwar: „Fehler!“, aber sie kann nicht heilen.
    • Das Problem ist also schon unterhalb der Btrfs-Ebene im RAID-Layer entstanden.

    👉 Kurz gesagt:
    • Btrfs kann Fehler nur korrigieren, wenn es selbst die Redundanz verwaltet (RAID1, RAID10).
    • In Kombination mit einem klassischen RAID5/6-Controller (egal ob Hardware oder mdadm) sitzt Btrfs darüber und sieht nur ein „virtuelles Laufwerk“. Wenn da Bits fehlen, ist Schluss.

  • Bei Synology geht die Selbstheilung im RAID5 da es nicht nur Prüfsummen sondern auch META Dateien bereit hält und das redundant. Falls jemand denkt ich hätte das komplett verstanden... Nope, hab ich nicht, nur abgelesen 🤣


    How Btrfs protects your company's data | Synology Inc.
    The next-generation file system Btrfs ensures a high level of data integrity while taking advantage of flexible, efficient data protection and recovery tools.…
    www.synology.com
    Mein Setup

    UGreen DXP2800, 2x 8 TB Seagate IronWolf, 2x 480 GB Crucial E100, 16 GB Corsair

    Synology DS124, 6 TB Seagate Barracuda

    Synology DS119j, 4 TB WD RED

  • Jetzt habe ich noch einen interessanten Artikel dazu gefunden. Leider stimmen meine Ausführungen von oben:

    Why RAID 5 is Risky in 2025: Understanding Unrecoverable Read Errors (UREs)
    Introduction So, you’re thinking about setting up a (7-Bay)-NAS in your homelab—awesome! Maybe you’re eyeing the UNAS-Pro, just like I am. Naturally, you’re…
    ds-security.com

    Edited once, last by Berzdorfer: Ein Beitrag von Berzdorfer mit diesem Beitrag zusammengefügt. (August 21, 2025 at 1:29 PM).

  • Bin jetzt übrigens zu Unraid und ZFS gewechselt. ZFS ist gegenüber Btrfs ein Quantensprung, gerade bei grossen Platten. Mit dieser Lösung fühle ich mich jetzt wohl.

    Gerade der Rebuild ist genial und sehr intelligent.

  • Hallo @Berzdorfer kannst du das noch etws genauer erklären? Ich überlege gerade die 4800 Plus mit 4x20TB unter TrueNas Scale mit Raid5 laufen zu lassen. ich meine, auch da von ZFS gelesen zu haben. Deswegen habe ich den Ram maximiert. Das würde doch so gehen, oder? Und bei einem Ausfall, eine neue Platte rein, oder?

    Leider wurde die Frage vom ersten Beitrag nicht genau beantwortet. Kann es sein, dass wir uns alle da nicht so gut auskennen? Ich ha noch nie gelesen, dass die Festplatten größe ein bestimmtes Raid ausschließt.


    Edit: (lol, wäre mir das doch nur früher bewusst gewesen. -.-)

    Lohnt sich das dann nicht eher, ein komplettes anderes NAS an einem anderen Ort zu haben wo die Daten gespiegelt sind. Udn dann beim Ausfall einer Platte einfach zurück zu spiegeln?

    Edited 2 times, last by HauptStrasseEins (September 1, 2025 at 6:04 PM).

  • Lasst euch doch hier in dem Thema bitte nicht durch solche zusammengewürfelten Falschaussagen verunsichern.

    UGREEN NAS Hardware

    DXP8800 | Test verschiedener Betriebssysteme | 2 x 18 TB MG10 bzw. 1x EXOS X24 16 TB RAID5 | 2x 4 TB Lexar NM790 | 64 GB RAM Kingston 5600 MHz

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