
Wir hatten kürzlich im Beitrag „RAID einfach erklärt: Grundlagen und Unterschiede für Einsteiger“ erklärt was RAID ist, wie es funktioniert und welche Varianten sinnvoll sein können. RAID vereint mehrere Festplatten zu einem logischen Laufwerk und bietet je nach Level Vorteile wie Redundanz, Performance oder beides.
Viele NAS-Nutzer glauben fälschlicherweise, dass ihre Daten durch ein RAID automatisch sicher sind. Schließlich läuft alles weiter, selbst wenn eine Festplatte ausfällt – also scheint alles in Ordnung zu sein.
Falsch gedacht! RAID ersetzt kein Backup!
Was RAID wirklich macht
RAID sorgt in erster Linie für Verfügbarkeit: Fällt eine Platte aus, läuft das System weiter bis du sie ersetzt hast. Das ist super, wenn du keine Ausfallzeiten willst, aber es ist kein Schutz vor Datenverlust.
Ein paar typische Szenarien, bei denen ein RAID nicht hilft:
- Schutz nur vor Plattenausfall: RAID schützt gegen Ausfall einzelner Festplatten, aber nichts was darüber hinausgeht.
- Kein Schutz vor Benutzerfehlern: Wird eine Datei versehentlich gelöscht oder überschrieben verschwindet sie im RAID-System auf allen beteiligten Platten.
- Kein Schutz vor Malware: Ransomware oder Viren verschlüsseln typischerweise alle vorhandenen Dateien, auch auf redundanten RAID-Platten.
- Kein Schutz vor physischen Gefahren: Totalschaden am Gerät (z. B. Brand, Überspannung, Diebstahl) trifft das RAID dann komplett, egal welcher Level gewählt wurde.
RAID ≠ Backup
Man kann es nicht oft genug sagen: RAID erhöht nur die Ausfallsicherheit, nicht die Datensicherheit.
Was du wirklich brauchst
Ein echtes Backup liegt außerhalb deines RAIDs:
- Externe Festplatte: Regelmäßig und automatisiert Backups erstellen.
Noch besser: Eine zweite Platte an einem anderen Ort lagern (z. B. bei Freunden, Familie oder im Büro) und regelmäßig mitnehmen/aktualisieren. So bist du auch bei Brand, Diebstahl oder Überspannung geschützt. - Zweite NAS: Daten regelmäßig auf ein anderes Gerät synchronisieren, ideal an einem anderen Standort.
- Cloud-Backup: Offsite-Sicherung in OneDrive, Dropbox, Google Drive oder andere kompatible Dienste.
Die bewährte 3-2-1-Regel ist einfach zu merken:
- 3 Kopien deiner Daten
- auf 2 unterschiedlichen Medien (z. B. NAS + USB-Festplatte)
- und 1 Kopie extern (z. B. Cloud, zweite NAS oder physisch gelagerte USB-Platte).
Ein RAID hält dich online, aber ein Backup rettet dir die Daten.
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